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Nov. 20th, 2009

Schreibe für Pizza

Ich habe ja letztens geschrieben, dass ich eine alte Kurzgeschichte überarbeite, damit sie hoffentlicherweise in einer Anthologie unterkommt. Nun ist es sicher:
Eine stark überarbeitete Version von "Apophis" erscheint in der Anthologie "Dunkles Alphabet", die wiederum irgendwann nächstes Jahr bei Zaubermond erscheinen wird.
Und der Herausgeber schuldet mir nun eine Pizza. Es ist höchstwahrscheinlich auf Dauer nicht sinnvoll, für Pizza zu schreiben, aber für den Moment finde ich die Idee irgendwie lustig. Möglicherweise habe ich einen seltsamen Humor...

Nov. 19th, 2009

RTL über Mangas

Das hat René gestern gefunden:



Sein Kommentar dazu:
Gestern abend kam auf RTL n Bericht über "spinnrige Japaner" und ihre Manie in Sachen Mangas und dass die sich in diese Zeichnungen "verlieben". Schlimmer war jedoch der Teil, in dem Mangas generell als hart an Porno mit viel Nachschub an leichtbekleideten Mädchen bezeichnet wurden - also das war nicht informierend, eher sollte es schockieren - das nenn ich schlechte Berichterstattung.


Wozu es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen gibt. Außer, dass wir es beide sehr lustig finden, dass sie am Anfang einen Typ im Stitch-Kostüm zeigen. Jetzt wisst ihr's: Disneyfilme sind Mangas... oder so...

Der weitere Verlauf unseres Gesprächs:
Ich: Irgendwie sehr ungeschickt von RTL, da auf RTL2 ja Mengen an Animes laufen.
René: Der Zusammenhang wurde clever verschwiegen. Und was wissen Berufstätige, die sich die Nachrichten ansehen, vom nachmittäglichen Kinderprogramm.


Allgemein gesagt ist das der schlechteste Bericht in der Hinsicht, den ich je gesehen habe. Ich mein, wir wissen alle, dass es bekloppte Menschen auf der Welt gibt, aber diese Art einseitiger Berichterstattung sollte doch irgendwann mal langweilig werden, oder nicht?

Nov. 18th, 2009

Ninja-Assassin

Das ist der Titel eines neuen Films von den Machern von Matrix. Hier Trailer.

Diesbezüglich amüsiere ich mich gerade ein wenig über mich selbst.
Mein erster Gedanke zu dem Film war: "Man, klingt der Titel lächerlich."
Mein zweiter Gedanke: "Die Story ist wahrscheinlich so gut wie nicht vorhanden."
Und mein dritter: "Ninjas!""

Dabei ist es dann auch geblieben. Der Film hat Ninjas und coole Kämpfe im Matrix-Stil. Solang die Story nicht einfach nur unglaublich dämlich ist, macht ihn das zu einem sehr anguckbaren Film.

Aber das Drehbuch für sowas zu schreiben, muss wirklich wunderbar einfach sein. Man stelle sich mal das Planungsgespräch dazu vor.

"Lass uns einen Film über Ninjas machen."
- "Coole Idee. Worum soll's gehen?"
"Na, Ninjas!"
- "Nein, ich meine Handlung und so."
"Ninjas, die gegeneinander kämpfen!"
- "Ja, und sonst?"
"Wie, was braucht man denn sonst noch?"
- "Na, die unvermeidliche Liebesgeschichte.
"Achja, stimmt. Aber dann haben wir unsere Story ja nun beisammen."

Nov. 17th, 2009

Ein Blogpost für zwischendurch

Ich habe gerade eine alte Kurzgeschichte überarbeitet, damit sie dann hoffentlicherweise bald in einer Antholgie erscheinen kann. Mit dem Ergebnis, dass ich jeden zweiten Satz und teilweise ganze Absätze komplett neu geschrieben haben. Es ist wirklich kaum zu glauben, dass ich den Stil dieser Geschichte vor gar nicht allzu langer Zeit (ein Jahr, oder ein bisschen mehr) noch gut fand.
Er ist zu wirr und zu langweilig und er bricht zwischendurch auf seltsame Arten und Weisen.
Dann habe ich mir zum Vergleich mal andere alte Geschichten angesehen, was dazu geführt hat, dass mein "zu schlecht" Ordner nun um einige Dateien reicher ist. Da kommen Geschichten rein, die zum einen stiltechnisch scheußlich sind und zum anderen inhaltlich nicht mehr das, was ich gerne schreiben, bzw. in dem Fall überarbeiten würde.

Ich nehme einfach mal an, das bedeutet, dass ich besser werde ...


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Übrigens kenne ich nun einen katholischen Rollenspieler. Ich wusste bisher gar nicht, dass es sowas gibt. (Womit ich nicht ausdrücken möchte, dass ich finde, dass Rollenspiel irgendetwas mit Religion zu tun hat, allerdings haben meine Beobachtungen ergeben, dass Rollenspieler sich doch zu einem sehr großen Teil aus Religionsgleichgültigen, Atheisten und Anhängern alternativer Glaubensrichtungen zusammensetzen.)
Mit dem kann man allerdings recht interessante Diskussionen über Religion führen. Obwohl es heute mehr darum ging, ob Judas von den Römern mehr Geld hätte verlangen sollen oder ob der Preis irgendwie angemessen war.


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Und zuguterletzt habe ich meine Magisterarbeit immer noch nicht angemeldet, weil ich dafür die Unterschrift des Zweitprüfers brauche. Und nachdem ich die Liste aller dafür in Frage kommenden Leute durchgegangen bin (Prof. S. - hasst Fantasy, Prof. F - war ich nie in irgendeiner Veranstaltung, Prof. B - mag ich nicht), habe ich entschieden, jemanden für den Job zu gewinnen, der inzwischen nicht mehr hier unterrichtet, weshalb wegen einer einzigen Unterschrift wohl ein einziger Zettel auf sehr umständliche Weise hin und her geschickt werden muss.
Es lebe die Bürokratie.

Nov. 16th, 2009

Weltuntergang 2.0.12

In unserem noch immer jungen Jahrtausend scheinen (neben vielen anderen Sachen) drei Behauptungen viele Leute zu beschäftigen:

1. Die Maya haben eine Kalender, der rückwärts zählt
2. 2012 ist der bei 0
3. => OMFG, die Welt geht unter!!!11eins

Ich fände es verdammt cool, wenn die Maya einen Kalender hätten, der rückwärts zählen würde und 2012 bei 0 wäre, aber irgendwie habe ich noch nirgendwo einen Hinweis darauf gefunden. (Außer in Zusammenhang mit gerade erwähnten Weltuntergangsbehauptungen.)
Stattdessen ist das Maya-Kalender-System offensichtlich ziemlich kompliziert, und läuft letztendlich darauf hinaus, dass es Zyklen gibt, die sich alle 52 Jahre wiederholen. 2012 ist so ein Zyklus anscheinend zu Ende.
Aber das ist 1960 dann ja auch schon mal der Fall gewesen. Und 1908. Und... ja... rechnet selber zurück...
Wenn da die Welt untergegangen wäre, sollte das nicht irgendjemand bemerkt haben?

Fast hätte ich geglaubt, dass Weltunergangsfanatiker tatsächlich so dämlich sind, trotzdem Panik zu schieben. (So in der Art wie bei jedem neuen Jahrtausend. Das passiert halt nur nicht so oft und ist deshalb vielleicht etwas entschuldbarer.)
Aber gerade jetzt, da ich darüber bloggen wollte, wie dämlich sie sind (also abgesehen davon, dass sie glauben, ein Datum hätte irgendwas mit dem Weltuntergang zu tun), hat Wikipedia mir eine neue Erkenntnis geliefert:

Korrekt ist, dass an diesem Tag in der Langen Zählung zum ersten mal die Konstellation des Schöpfungstages (13.0.0.0.0) wiederkehrt (siehe dazu Artikel: Lange Zählung)


Damit ergibt das alles ein klein bisschen mehr Sinn (wenn auch nicht viel) und ich habe für mich endlich ein weitere Mysterium menschlichen Irrsinns gelöst.
Das ist eine gut Art, einen Tag zu beginnen, denke ich. Nun kann ich mich heute beruhigt in die Bibliothek setzen und versuchen, Fantasy-Subgenres zu definieren.

Außerdem vollkommen nicht zum Thema:
Ich wurde gestern wegen eines Korrekturleseauftrags angeschrieben, einfach weil auf meiner Website steht, dass ich sowas mache. Wer hätte gedacht, dass das tatsächlich funktioniert?

Nov. 14th, 2009

Magische Bestseller

Der Heyne-Magische-Bestseller Gewinnerromanen ist nun anscheinend erschienen. "Des Teufels Maskerade" von Victoria Schlederer. Der Klappentext klingt recht interessant und ich werde ihn wohl auf jeden Fall noch lesen (sobald ich dann mal Zeit habe).
Im Heyne-Blog habe ich diese Neuigkeit aber glatt überlesen, denn da wird sie nur im Zusammenhang mit den Neuerscheinungen im November erwähnt. Irgendwie hätte ich erwartet, dass ein bisschen mehr Aufhebens darum gemacht wird. Aber vielleicht kommt das noch?

Nov. 13th, 2009

Lesen und Denken

Ich denke im Moment ein bisschen über die Verständlichkeit von Texten nach. Ab wann wird ein Text eigentlich kompliziert, bzw. anspruchsvoll genug, dass der Durchschnittsleser ein wenig mehr Aufmerksamkeit investieren muss? Womit kann man Leser überfordern?
Das scheint gar nicht so schwer zu sein.

Vor schon etwas längerer Zeit hatte ich mich über genau dieses Thema mit einer Buchhändlerin unterhalten. Die erzählte mir, die Bartimäus-Trilogie wäre für einige Kinder/Jugendliche zu kompliziert.
Mein erster Gedanke dazu ging in die Richtung, dass man logischerweise nicht alle historischen Anspielungen in den Büchern versteht. Aber eigentlich muss man das auch nicht, um der Story folgen zu können. Das ist laut dieser Buchhändlerin aber auch nicht das Problem. Das Problem sind Fußnoten.
"Man muss auf zwei Ebenen lesen", sagte sie. Man kommte zu einer Fußnote, unterbricht seinen Lesefluss, liest, was in der Fußnote steht, muss sich dabei natürlich merken, was im eigentlichen Text stand, und liest dann erst im eigentlichen Text weiter.

Das erklärt wohl auch, wieso mir mal jemand sagte, Jugendbücher sollten nur aus der Perspektive einer einzelnen Person geschrieben sein. Wahrscheinlich verliert man Leser, sobald man mehr als einen Handlungsstrang hat. (Das könnte natürlich der ultimative Grund dafür sein, wieso Twilight so erfolgreich ist. Eine unkompliziertere Handlung findet man kaum.)

Irgendwie ist das mies... und traurig.

Nov. 12th, 2009

Literarischer Abend

Gestern war übrigens wieder literarischer Abend im Alexander the Great. Michael Buttler war da und Wibke hat eine Geschichte vorgelesen, die vor ewig mal in Blah! erschienen ist, und damit wurde es ein recht fantasylastiger Abend.
In seinem Verlauf habe ich mich auch mit Michael über Schreibstile unterhalten und ein Kompliment für meinen bekommen, was immer schön ist... Nur der Versuch einer Erklärung, wie mein Stil zu Stande kommt, hat sich in vielen Ähs und Ähms verlaufen.

Ich hoffe sehr, dass diese Veranstaltung sich hält, denn sie ist wirklich eine wunderbare Möglichkeit, vorlesen zu üben. Außerdem hört man immer wieder interessante Geschichten.

Die Elfen

Es hat ziemlich lange gedauert, aber nun ist es vollbracht. Ich habe die Elfen fertig gelesen.

Gegen Ende ist es eine zeitlang sogar richtig gut. Ich hab endlich anfangen, den menschlichen Hauptcharakter zu mögen, der in der zweiten Hälfte des Buches weniger Zeit zum Saufen hat, sich deshalb weniger dämlich anstellt, dafür aber ein paar coole Aktionen bringt.
Auch seine beiden Begleitelfen werden recht interessant. Da ist dieser Konflikt zwischen einem der beiden und einem Troll, der in einem früheren Leben die Geliebte des Elfen getötet hat, und den der nun in jedem neuen Leben umbringt - bis sie plötzlich auf der selben Seite kämpfen müssen.

Dann allerdings passiert es, dass man denkt, es wäre zu Ende, weil es gerade gut ist und das doch eigentlich ein guter Zeitpunkt für diesen elendig langen Roman wäre, endlich mal zu enden ... aber dann gibt es doch noch einen Twist, und alles zieht sich noch mal ein bisschen.

Und zuletzt gibt es eine Sache, die ich ganz subjektiv schlicht und ergreifend nicht mag. Es ist nämlich so:
Die Elfenkönigin hat sich den ganzen Roman über verdammt zickig verhalten. Sie hat Befehle gegeben, die man nicht nachvollziehen konnte, hat wichtige Informationen verschwiegen und hat dann Leute bestraft, wenn sie die unsinnigen Befehle aus verständlichen Gründen nicht befolgt haben. ("Gib mir dein Kind, damit ich es töten kann", ist nicht unbedingt eine Aufforderung, der man nachkommt, ohne zu verstehen warum genau das absolut wichtig ist für den Fortbestand aller Elfen.)
Und dann, nachdem eine Menge ekliger Dinge geschehen sind, sehr viele Leute gestorben sind und die menschliche Welt nun mehr oder weniger von religiösen Wahnsinnigen regiert wird, kommt sie an und sagt: "Ich habe die Zukunft gesehen und musste mich so verhalten, damit alles so passiert, wie es bestimmt war."
Und alle halten sie für weise und danken ihr für die kleinen Krumen Wiedergutmachung, die sie ihnen hinwirft.

Ich weiß, sowas gibt es öfter in Fantasyromanen und bestimmt gibt es auch Leute, die das mögen, aber mir gefällt die Idee von dem unabwendbaren Schicksal nicht, das man erfüllen muss, egal wie scheiße es ist, und das man auch ohne Zögern, Hinterfragen oder sonstwas erfüllt, als wäre das irgendwie was Tolles.

Abschließend lässt sich sagen, dass ich das Buch wahrscheinlich gar nicht so schlecht gefunden hätte, wenn es ungefähr halb so lang gewesen wäre. So allerdings zieht es sich ziemlich und hat eine Menge langweiliger Stellen.

Nun brauche ich erstmal eine Pause und lese "The Magicians", dann werde ich wohl mogeln und so tun, als würde ich wieder arbeiten, indem ich "Die Werwölfe" lese (was aber nicht wirklich Arbeit ist), und dann wage ich mich mal an die Zwerge.

Nov. 11th, 2009

Das böse T-Wort - Trivialliteratur

Offensichtlich ist "Hochliteratur" tatsächlich per Definition langweilig.
Aber ich sollte vielleicht von vorne anfangen.

Ich habe nie verstanden, was diese Unterscheidung zwischen "Trivialliteratur" und "Hochliteratur" soll und wo genau man die Unterschiede festmacht. Manchmal scheint es, als wäre ab einem gewissen Alter einfach alles Hochliteratur und als hätten nur bestimmte Leute das Recht, phantastische Elemente zu verwenden. Diese ganze Sache ist in meinen Augen ungefähr genauso mysteriös wie die Definition des Wortes "true" in der Metal-Szene.

Nun kommt das Buch, das ich im letzten Post erwähnt habe, natürlich nicht um ein Kapitel zum Thema Trivialliteratur herum. Und dort habe ich folgende Aussage entdeckt:

"Eskapismus und Unterhaltungseffekt werden hier nicht negativ bewertet, sondern wertneutral als Kennzeichen einer bestimmten Literaturform betrachtet. Die emotinale Identifizierung des Lesers mit dem Helden, seine - vom Standpunkt konservativer, anti-sensualistischer Literaturtheorie aus - mandelnde Distanz, wird bei Cawelti als grundlegendes Erfordernis der Formelliteratur angesehen."


Formelliteratur ist hier gleich Trivialliteratur. Das Wort wird wahrscheinlich bei diesem Cawelti erklärt, aber nicht in meinem Buch, und ich kann nur raten, dass es damit zusammenhängt, dass Formelliteratur, sich außerdem meistens an ein festes Muster halten soll, wobei sie besser ist, je stärker sie das Muster durchbricht. (Aber sie bleibt Formelliteratur. Es gibt kein Entkommen!)

Aber kommen wir mal zu der mangelnden Distanz und dem Unterhaltungseffekt. Wenn das Zeichen des Trivialliteratur sind, bedeutet das ja im Umkehrschluss, dass Hochliteratur weder unterhält, noch spannend genug ist, dass man der Versuchung erliegt, eine wie auch immer geartete Distanz zum Text aufzugeben.
Mal ganz abgesehen davon, dass man in dem Fall einige Klassiker schleunigst zur Trivialliteratur zählen sollte, bleiben für die Hochliteratur dann irgendwie nur noch traurig wenige Gründe, sie zu lesen. Genaugenommen einer: Das Rätsel.
Ein Werk der Hochliteratur wird damit darauf reduziert, ein großes, intellektuelles Rätsel zu sein, das man nur liest, um es zu entschlüsseln und sich dabei mehr oder weniger selbst zu beweisen, wie unglaublich gebildet man ist.

Dass es ziemlich viele Bücher gibt, die beides kombinieren, scheint dabei niemandem aufzufallen, genausowenig wie die Tatsache, dass eben diese Bücher völlg willkürlich mal auf der einen Seite mal auf der anderen Seite der Trennlinie landen und eben diese damit ad absurdum führen. Aber Hauptsache, man hat sie in eine Schublade gesteckt, muss nicht mehr darüber nachdenken (und kann sich Leuten überlegen fühlen, die die falschen Bücher lesen)...

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mohya

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