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May. 23rd, 2012

Horrorkabinet für Bibliophile pt. 3

Zu meiner Sammlung misshandelter Bücher ist vor Kurzem ein neues Exemplar hinzugekommen. So sieht das englische Original zu dem Roman aus, den ich gerade lektoriere:



Ich muss zugeben, dass das irgendwie praktisch ist. Ich brauche keinen Buchständer, um zu verhindern, dass die Stelle zufällt, an der ich gerade bin. Und wenn ich unterwegs bin, muss ich nur den Teil mitnehmen, den ich noch nicht fertig habe.
Offensichtlich härtet man ziemlich schnell ab, was den Anblick zerissener Bücher angeht. Das ist die dritte Sammlung loser Seiten, die ich bekomme (Die anderen beiden kann man hier und hier bewundern.), und es ist schon fast gar nicht mehr schockierend.
Aber vielleicht bin ich auch einfach ein herzloser Mensch.

May. 21st, 2012

Neil Gaiman über Kunst, das Leben und den ganzen Rest

Jeder, der auch nur annähernd irgendetwas mit Kunst macht oder Freiberufler ist oder ... ach, am besten jeder sollte sich diese Rede anhören, die Neil Gaiman an der University of Arts in Philadelphia gehalten hat.
Sie ist großartig und inspirierend und voller Sätze, die man auf Zettel schreiben und irgendwo hinhängen sollte, wo man sie jeden Tag sieht.



May. 20th, 2012

Fedcon

Gestern war ich kurz auf der Fedcon. Ich war zum ersten Mal da, und erst bin ich auf der Suche nach dem Con-Hotel etwas verloren über den Düsseldorfer Flughafen geirrt. Aber dann kamen mir die ersten Leute in Sternenflottenuniformen entgegen. Und beim Rewe am Ende der Halle stand Amidala an der Kasse. Und spätestens da wusste ich, dass es nicht mehr weit sein konnte. Das Schöne an Fantasy und SF-Cons ist, dass man immer erkennt, wenn eine in der Nähe ist.

Eigentlich war ich nur dort, um ein geheimes Geheimprojekt zu besprechen. Und genau genommen war ich nicht mal auf der Con selbst, denn ich hatte keine Eintrittkarte. Wir haben uns draußen getroffen und im strahlenden Sonnenschein voll geheime Dinge besprochen.

Aber dann war plötzlich noch eine ganze Menge Zeit, bis mein Zug zurückfuhr, und von irgendwoher wurde eine Eintrittskarte herbeigezaubert. Also bin ich ein bisschen durch die Conräume gestreift. Und natürlich habe ich ein paar Cosplayer fotografiert, immerhin muss man seinen Hobbies treu bleiben. Leider hatte ich keine richtige Kamera dabei, sondern nur das Handy.


Ein Mini-Predator! Damit hatte sich die Fahrt eigentlich schon gelohnt.


Wenn ich mir nicht irre, sind die hier aus "Assassin's Creed - Brotherhood".


Und die drei waren das Highlight. "Don't blink!"

May. 18th, 2012

Oliver Dierssen: Fledermausland

Ich habe ja vor kurzem über "Schattenwanderer" gebloggt. Das Buch fand ich wirklich nicht schlecht, stellenweise sogar ziemlich cool.
Aber ich habe ewig gebraucht, es zu lesen, und das ist (auch wenn dafür teilweise die Tatsache verantwortlich ist, dass ich verdammt viel zu tun hatte), nie ein gutes Zeichen. Das ist mir wieder bewusst geworden, nachdem ich diese Woche "Fledermausland" von Oliver Dierssen gelesen habe. Das Buch habe ich nämlich gestern in totmüdem Zustand zu Ende verschlungen. Und genau so sollten richtig gute Bücher funktionieren.

Gute Bücher liest man, wenn man Zeit hat, und denkt sich: "Hey, das war nett."
Richtig gute Bücher liest man, wenn man eigentlich andere Dinge tun sollte (schlafen zum Beispiel), und nach jedem Kapitel findet man einen Grund, warum man ein weiteres Kapitel lesen sollte. Immerhin ist es gerade so spannend und man möchte zumindest noch wissen, wohin diese eine Sache führt und wie die Protagonisten dieses eine Problem lösen und ob dieser eine Typ wirklich tot ist ... der kann doch immerhin nicht einfach tot sein, der war cool!

Also, "Fledermausland" ist richtig gut. Es ist Urban Fantasy von der Lukianenko-Gaiman-Art, also Urban Fantasy, bei der niemand jemals auf die Idee käme, eine Frau in knappem Lederoutfit mit Tattoo und Wumme aufs Cover zu packen. Und es ist ziemlich lustig, ohne dabei albern zu werden. Es enthält eine der wenigen Textstellen auf dieser Welt, bei der René mir zustimmt, dass sie lustig ist. Das passiert so gut wie nie, normalerweise langweilen ihn Dinge, die ich lustig finde. Bevor ich mich weiter in Lobhudeleien ergehe, werde ich diese Textstelle daher einfach zitieren:

Schon mal was von der schwarzen, haarigen Seegurke gehört? Keine Ahnung, ob das ein Tier oder eine Pflanze ist. Aber sie ist verdammt schwarz. Und verdammt haarig. Der Trick ist, das Teil richtig zu kochen, sonst stirbt man später elendig am Gift. Mister Xu sagt, eine schwarze haarige Seegurke muss achtundvierzig Stunden in den Topf. Das muss man sich mal vorstellen. Irgendwelche Chinesen müssen so ein Biest wohl mal einen ganzen Tag gekocht haben. Und als dann immer noch Leute an der verdammten Seegurke verreckt sind, haben die Chinesen das Unterfangen nicht etwa aufgegeben, nein, man hat ja Hunger, sie haben weitergekocht, immer weiter, zwei Tage lang. So sind Chinesen. Hart im Nehmen. Und sie wissen, was sie wollen.


Hier gibt es übrigens auch eine Leseprobe.

May. 17th, 2012

Actionfiguren

Normalerweise bastel ich Hintergründe für Renés Actionfiguren. Doch vor einiger Zeit ist er auf die Idee gekommen, dass er ja auch mal was für meine Figuren basteln könnte. Da ich zu der Zeit nur zwei besessen habe (einen Ringeist und einen Predator) hat er mir erst mal noch zwei Stück geschenkt, damit es sich auch lohnt. Und dann hat er das da gemacht:

Bilder

May. 16th, 2012

Schwerpunkte setzen

Ich schreibe schon seit einer Weile relativ viele Manuskriptgutachten zu Romantic Fantasy Romanen. Das ist mehr oder weniger zufällig passiert. Es gibt da einen Verlag, der sagt mir immer wieder "Wir haben hier ein Fantasy Manuskript", und dann stellt sich raus, dass sie das "Romantic" davor vergessen haben. Aber das ist ja auch nicht weiter schlimm. Ich werde dafür bezahlt, und nur weil ich kein großer Fan von einem bestimmten Genre bin, heißt das nicht, dass ich nicht beurteilen kann, ob ein entsprechender Roman gut geschrieben ist oder nicht.
Lustig wird es dann, wenn ich aufgefordert werde, die Sexszenen in den Romanen mit Seitezahlen anzugeben. Keine Ahnung warum, aber das passiert. Vielleicht weil man sich im Verlag davon überzeugen will, wie wenig jugendfrei der Text ist.
Auf jeden Fall gibt mir das die Möglichkeit zu einer recht zweifelhaften Auszählung:

Den Rekord der längsten Sexszene, die ich bisher gefunden habe, hält eine mit 27 Seiten. Und damit meine ich 27 Seiten explizite Beschreibung von Sex.
Der entsprechende Roman hatte dann auch 80 Seiten Sex insgesamt. Wenn man das auf 445 Seiten verteilt, klingt das gar nicht mehr so viel. Reicht aber, damit sich die Handlung fast nur um dieses eine Thema dreht.
Ein anderer Roman, dessen Handlung ebenfalls ziemlich von Sex beherrscht wird, hat 37 Seiten Sexszenen auf 490 Seiten insgesamt.
Romane, bei denen es mehr um Romantik als um Sex geht, liegen wirklich drastisch darunter. Beispielsweise einer mit 6 Seiten explizitem Sex auf 250 Seiten insgesamt.

Die Sache ist, das kommt einem beim Lesen sehr viel mehr vor. Bei Beispiel 1 hätte ich geschworen, dass mindestens die Hälfte des Textes einfach nur aus Sex besteht, bevor ich gezählt habe. Was wohl zeigt, wie schnell etwas zum beherrschenden Thema eines Romans werden kann. Man verwendet 20% des Textvolumens darauf und füllt den Rest mit viel Dialog, und schon sagt der Leser: "Da wird ja nur gepoppt."
So einfach ist das Setzen von Schwerpunkten.

May. 15th, 2012

Was ich unterschrieben habe

Ich habe doch noch eine Unterschriftensammlung gefunden, die ich unterschreiben wollte. Und zwar die hier: wir-sind-die-buerger.de
Die spricht genau das an, womit ich bei der letzten Petition ein Problem hatte:

Wir möchten nicht, dass zur Durchsetzung des Urheberrechts zu unverhältnismäßigen Mitteln gegriffen wird. Dazu zählen:


  • die totale Verbannung aus dem Internet, wenn man mehrmals illegal Musik heruntergeladen hat („Three-Strikes-Modell”)

  • die anlasslose Überwachung und Speicherung des Internetverkehrs, um Urheberrechtsverstöße überhaupt erst aufzuspüren


  • überhöhte Streitwerte bei Abmahnungen, um Exempel zu statuieren (viele Tausend oder Zehntausende Euro)



Wir möchten ein Urheberrecht und reichen deshalb allen Kreativen und ihren Geschäftspartnern die Hand. Lassen Sie uns gemeinsam nach Lösungen suchen, die das Recht der Urheber, über das eigene Werk zu verfügen genauso respektieren wie das Recht aller Menschen, frei von Repression und Überwachung zu leben.


Ich finde es ziemlich schade, dass diese Aktion ziemlich untergeht in den ganzen Empörungsrufen angesichts des Blödsinns, den Anonymous angestellt hat.

May. 14th, 2012

Alexey Pehov: Schattenwanderer

Ich habe es tatsächlich geschafft, ein Buch zu lesen, das nichts mit Arbeit zu tun hat. Beziehungsweise, ich habe es zu über der Hälfte gelesen. Ich hätte da eine Frage, bevor ich weiterlese.

"Schattenwanderer" ist wirklich nicht schlecht. Es geht um den Meisterdieb Garrett, der mehr oder weniger unfreiwillig in große Ereignisse hineingezogen wird. Die ganze Geschichte wird einem sozusagen von Garrett selbst erzählt, und er hat eine sehr sympathische Art, das zu tun. Ich mochte ihn seit seinem ersten verbalen Schlagabtausch mit den Anführer der Stadwache richtig gern. So gern, dass sein Charakter mich bei der Stange gehalten hat, obwohl ich die Story an sich nicht sonderlich fesselnd finde. Es muss ein magisches Artefakt aus einem fiesen gefährlichen Dungeon geholt werden, also das Übliche halt. Dazu kommt, dass sich das alles ziemlich in die Länge zieht. Ich bin wie gesagt bei über der Hälfte, und er ist gerade erst mit seinen (zugegebenermaßen recht unterhaltsamen) Vobereitungen fertig und dabei, aufzubrechen.
Und das ist auch der Grund, warum ich erst mal aufgehört habe zu lesen. Klar, auf dem Einband steht, dass der Roman der erste Teil einer Reihe oder zumindest einer Trilogie ist. Aber ich hatte gehofft, dass Band 1 zumindest halbwegs abgeschlossen ist. Im Moment sieht es nicht danach aus. Im Moment sieht es danach aus, als würden die einzelnen Bände sehr sehr eng zusammenhängen. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich Band 1 gut genug finde, um mir Band 2 zu kaufen.

Daher meine Frage an alle, die den Roman vielleicht gelesen haben: Endet Band 1 mit einem fiesen Cliffhanger, so dass man sich nur ärgert, wenn man nicht vorhat, den nächsten Teil zu kaufen? Oder kann man den Roman fertig lesen, ihn in guter Erinnerung behalten und den Rest der Reihe einfach vergessen?

May. 11th, 2012

Urheberrecht - mal wieder

Heute wurde ich mehrmals aufgefordert, diese Petition zu unterschreiben. Ich habe es nicht getan, weil ich nicht ganz glücklich mit dem Text war, der über den ganzen Namen steht. Für meinen Geschmack ist er ein bisschen sehr schwammig und redet zu sehr die allgemeine Panik nach, die man im Moment viel findet, wenn es um das Thema geht. Besonders unwohl habe ich mich hiermit gefühlt:

Es gilt, den Schutz des Urheberrechts zu stärken und den heutigen Bedingungen des schnellen und massenhaften Zugangs zu den Produkten geistiger Arbeit anzupassen.


Ich wüsste gerne genauer, was das bedeuten soll. Bedeutet das, dass man sich als Unterzeichner dieser Petition prinzipiell für solche Dinge wie ACTA ausspricht? Das würde mich eher weniger begeistern. Und wenn nicht, was bedeutet es dann?

Der Rest des Textes hatte es mir auch nicht so besonders angetan. Wie gesagt, er riecht an vielen Stellen zu sehr nach Panik und Weltuntergangsstimmung. Aber als hauptberuflicher Urheber denkt man über so was halt eine Weile nach.
Und während ich noch am Analysieren und Meinungbilden war und gleichzeitig versucht habe, ein wenig urzuheben, bin ich auf diesen Artikel bei Spiegel Online gestoßen, der nicht nur alle meine Bedenken wunderbar in Worte fasst, sondern auch folgende Feststellung enthält:

Das Internet wächst und wächst, doch die Branchen, die an urheberrechtsgeschützten Werken verdienen, gehen nicht unter. Ebenso wenig, wie der Straßenverkehr zusammenbricht, obwohl täglich Zehntausende Menschen bei Rot über die Ampel gehen oder mit dem Auto zu schnell fahren.


Ich finde, das ist ein guter Gedanke.

May. 7th, 2012

Larry Brent: Mütter des Todes

Während ich weg war, ist ein Päckchen mit Belegexemplaren angekommen:



"Mütter des Todes" ist mein vorerst letzter Larry Brent-Roman, und darum geht es:

Ein unglaublicher Todesfall bei einer Misswahl in Texas erregt die Aufmerksamkeit der PSA. Die Leiche des Opfers ähnelt einer uralten Mumie. Morna Ulbrandson ermittelt und gerät ins Visier bekannter Widersacher.
Der teuflische Plan, der in
Zombie-Insekten seinen Anfang nahm, in Parasitentod fortgesetzt wurde, erreicht in diesem Roman seinen grausamen Abschluss.

Der Roman enthält außerdem ein Scheibenwelt-Zitat. Ich bin gespannt, ob das irgendwer findet.

Und so ganz abgeschlossen ist die Geschichte auch wieder nicht, denn "Mütter des Todes" hat offensichtlich einen Kollegen inspiriert, der das eine oder andere Element daraus noch mal aufgreifen möchte.

Momentan ist der Roman noch nur auf der Verlagswebsite lieferbar, aber bei Amazon gibt es ihn sicher auch bald.

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mohya

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