Im SF-Forum gibt es eine
Diskussion zu meiner Geschichte "Bruder Reh". Ab und zu finde ich die, wenn ich nicht widerstehen kann, mich selbst zu googlen.
So habe ich dann auch bemerkt, dass dort im März noch etwas hinzugefügt wurde. Und zwar haben sie begonnen, über weiblichen Schreibstil zu diskutieren. Einer schreibt:
"Andrea Bottlinger jedenfalls schreibt so, wie ich mir einen weiblichen Stil vorstelle: lakonisch und direkt, ohne dabei allzu brutal zu wirken."
Ich finde das sehr nett und freue mich, dass dieser Mensch nicht der Meinung ist, Frauen würden weitschweifig und gefühlsduselig (oder etwas in der Richtung) schreiben, was wahrscheinlich eher dem Klischee entsprochen hätte.
Die Idee an sich irritert und amüsiert mich allerdings ein wenig. Genauso wie die Tatsache, dass automatisch davon ausgegangen wird, dass mein Protagonist einen Protagonistin ist.
Und obwohl diese Bemerkung ja wie gesagt sehr nett ist und im Zusammenhang mit einem allgemeinen Lob der Geschichte getroffen wurde, tritt sowas bei mir automatisch den Gedankengang los, ob es nicht eine Idee gewesen wäre, meine Geschichten unter männlichem Pseudonym zu veröffentlichen. (Und wie schön es wäre in einem Land zu leben, in dem es Namen gibt, bei denen man nicht direkt sagen kann, welches Geschlecht der Namensträger hat.) Einfach damit niemand versucht, irgendetwas typisch weibliches zu finden, ob nun positiv oder negativ. Weil ich finde, dass es für mein Schreiben scheißegal ist, welches Geschlecht ich habe. Und typisch männliche Dinge scheinen in solchen Zusammenhängen allgemein weniger gefunden zu werden.